Die Iberá Sümpfe, Natur pur!Erlebnis eines Schweizers, der kürzlich die Irupé Lodge in den Esteros del Iberá bereiste:
24.02.09
Sofort nach der Ankunft
geht es auf
‚Entdeckungstouren‘ rund
um das sehr schöne Hotel.
Wir beobachten eine
Familie Wasserschweine,
die direkt neben der
Irupé Lo ... Mehr lessen
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Die Iberá Sümpfe, Natur pur!Erlebnis eines Schweizers, der kürzlich die Irupé Lodge in den Esteros del Iberá bereiste:
Sofort nach der Ankunft geht es auf ‚Entdeckungstouren‘ rund um das sehr schöne Hotel. Wir beobachten eine Familie Wasserschweine, die direkt neben der Irupé Lodge gemütlich nach Nahrung sucht. Am späteren Nachmittag macht sich die erste Gruppe bereit, um mit einem Boot im nördlichen Teil des Iberá Sees nach Kaimanen zu suchen. Mit Schwimmwesten ausgerüstet geht es an der Kontrollstation vorbei. Das ganze Gebiet steht unter Schutz, so dass die Fahrten an- und abgemeldet werden müssen. An riesigen Teppichen mit blauen und gelben Wasserpflanzen vorbei gleitet unser Boot dem breiten Schilfgürtel entlang. Da, diese beiden Höcker auf der Wasseroberfläche: Der erste Kaiman in Lauerstellung. Wir werden noch weitere sehen, direkt neben dem Boot beim Sonnenbad. In der Nähe umfliegen Geier eine Palme, um sich einen Landeplatz zu suchen. Gänse, Kormorane, viele andere unbekannte Vogelarten, aber auch die scheuen Sumpfhirsche erheischen wir mit unseren erwartungsvollen Blicken. Langsam wird das Licht fahler, die Sonne steht knapp über dem Horizont. Wir müssen zurück in unsere Unterkunft. Bei der Einfahrt durch den Schilfgürtel empfängt uns ein Wasserschwein, das die letzten Sonnenstrahlen geniesst. Und da, keinen Steinwurf vom Hotel Irupé Lodge entfernt, ein prächtiger ausgewachsener Kaiman, weit über zwei Meter lang. Er scheint mehr Angst als wir zu haben – taucht neben uns unter das Boot. Im neuen Speisesaal erwartet man uns zum feinen Nachtessen, untermalt von bestem argentinischen Wein. Nach diesem ereignisreichen Tag lassen wir uns vom netten Personal gerne verwöhnen. Morgen werden wir einen anderen Teil des Iberá Sees besuchen. Wir sind alle gespannt.
Martin Bosshard
SPECIAL PROMO IRUPÉ LODGE. Iberá Wetlands - Corrientes
Super promotional rates and interesting benefits!
PROMO 1:
IBERA WETLANDS
Included:
Private transfer by four wheel drive Mercedes – Irupé Lodge – Posadas
2 Nights accommodation with breakfast
Full board without drinks
1 boat safari by daylight
1 guided walk to the park centre’s jungle and museum
Included for free: 1 Night boat safari!
The trip can be booked vice-versa.
PROMO 2:
IBERA WETLANDS & IGUAZU FALLS
Include:
Private transfer by four wheel drive Posadas – Irupé Lodge – San Ignacio (or Wanda) – Iguazú
3 Nights accommodation with breakfast in Irupé Lodge
2 Nights accommodation with breakfast in Iguazú
Full board at Irupé Lodge without drinks
Excursions Iberá wetlands:
1 boat safari by daylight + 1 guided walk to the park's jungle and museum + 1 guided trekking to the palm tree forest
Excursions Iguazú Falls:
Private full day visit to the fall, Argentinean and Brazilian side with English speaking guide; entry fees not included.
Private transfer hotel Iguazú – airport Iguazú.
Included for free: 1 Night boat safari at Irupé Lodge!
The trip can be booked vice-versa.
These promotional rates are valid until December 2009. Not valuable for Christmas.
For inquiries and reservations, please write us to info@ibera-argentina.com
Reiter Urlaub in Argentinien
GAUCHO FEELING in Argentinien! Wilde Natur vom Rücken feuriger Criollos und Mestizos aus erleben. Im Arbeitsalltag mit den echten Gauchos. Reiten von Estancia zu Estancia.
Reisebeschrieb:
Tag 1
Eineinhalbstündiger Inlandflug morgens von Buenos Aires nach Iguazú. 20 Minuten Autotransfer vom Flughafen bis zu unserem eleganten 5 Stern Hotel, das, obwohl zentral im Städtchen Puerto Iguazú gelegen, eine überwältigende Flusssicht bietet – als kleiner Vorgeschmack auf die Wasserfälle. Mittagessen frei. Am Nachmittag private Exkursion mit deutsch- oder englischsprachigem Reiseleiter an die Iguazú Fälle auf der brasilianischen Seite; als erster Höhepunkt der Reise bietet sich uns das atemberaubende Panorama auf die über 90 Meter hohen Wassermassen. Nicht umsonst heisst Iguazú in der Sprache der Urweinwohner Guaraní „die grossen Wasser“. Abendessen in typischem Grillrestaurant mit Live Musik. Übernachtung 4 Stern Stadthotel.
Reiten: -
Aktivitäten: Wandern
Übernachtung: Hotel 5*
Malzeiten: A
Tag 2
Frühstück. Private Exkursion mit deutsch- oder englischsprachigem Reiseleiter an die Iguazú Fälle auf der argentinischen Seite. Heute erkunden wir auf romantischen Urwaldwanderwegen einige der 275 Einzelfälle, teils von oben, teils von unten oder von der wilden San Martín Insel. Dabei werden wir sicher das eine oder andere Mal in den Genuss einer abkühlenden Gischt Dusche kommen. Insbesondere wer sich auch auf eins der Abenteuerboote direkt zu unter die Fälle wagt (optional). Unterwegs beobachten wir die exotische Flora und Fauna des subtropischen Urwaldes, wie zum Beispiel Orchideen, Nasenbären, Tukane, u.a. Mittagessen frei. Am späteren Nachmittag begeben wir uns auf den Weg Richtung Süden, durch Urwälder und entlang der Yerba Mate Plantagen (argentinisches Nationalgetränk) bis nach Eldorado (1 Std. Fahrt), wo wir auf unserer ersten Estancia Halt machen. Abendessen und Übernachtung Estancia Las Mercedes.
Tag 3
Frühstück. Unsere charmante Estancia neuseeländisch-deutscher Auswanderer liegt mitten im Urwald. Auf den eigens gezüchteten Halb- und Vollblütern unternehmen wir einen ersten (wer möchte rasanten) Ritt durch Wälder, ehemalige Yerba Mate Plantagen und über saftige Weiden mit ganzjährig knietiefem Gras, durchqueren sprudelnde Bäche und inspizieren unterwegs die Kuhherden. Immer wieder bieten sich uns unvergessliche Aussichten auf die bewaldeten Hügelzüge der Provinz Misiones. Die Pferde sind äusserst trittsicher, fleissig bis spritzig und geniessen die Galloppaden über die riesigen Weiden genauso wie ihre Reiter. Wieder zu Hause kommen wir genau richtig für die Abkühlung im Schwimmbad und das reichhaltige Mittagessen. Nach einer gemütlichen Siesta fahren wir nach San Ignacio, wo wir die Ruinen der bekanntesten Jesuitischen Mission besichtigen (UNESCO Weltkulturerbe). Von dort sind es noch 30 Minuten Fahrt bis zu unserer nächsten Estancia in Candelaria. Abendessen und Übernachtung Estancia Santa Cecilia.
Tag 4
Frühstück. Mit den ersten Sonnenstrahlen geht’s aus den Federn und in die Korrale. Gaucho Arbeit ist angesagt! Wir gehen den Gauchos, welche sich um das Wohl der 5000 Rinder der Estancia kümmern, zur Hand. Dabei werden wir diejenige Arbeit verrichten, die an dem Tag ansteht, d. h. keine eigens für Touristen organisierte Attraktion, sondern purer Alltag. Zum Beispiel: Rinder frühmorgens auf der Weide zusammentreiben und zum Korral bringen. Trächtigkeitsuntersuche, Impfen, Baden gegen Zecken, Markieren, Muttertiere und Kälber trennen, Enthornen, etc. Die Estancia zählt mit 80 km² Fläche zu den grössten der Provinz Misiones und ihr im Kolonialstil gebautes Herrenhaus bietet feudale Unterkunft. Unter den 300 selbst gezüchteten feurigen Mestizos findet sich für jeden Reiter ein passendes Pferd. Um sich bei der Arbeit richtig beteiligen zu können, sind gute Reitkenntnisse unerlässlich. Allerdings ist auch schon das Beobachten der stolzen Gauchos mit ihren wendigen Pferden ein besonderes Spektakel. Das üppige und wohlverdiente Mittagessen nehmen wir im Park der Estancia unter Schatten spendenen Bäumen ein. Nach der obligaten Siesta oder einer gemütlichen Stunde am Pool, schwingen wir uns nochmals in den Sattel und erkunden das sanfte hügelige Gelände der Estancia bis runter zum Fluss Paraná. Hier gönnen wir uns am Privatstrand ein Bad und den traditionellen Nachmittags Tee. Während des Rückrittes kommen wir in den Genuss des Sonnenuntergangs. Ein köstliches Abendessen mit hauseigenem Fleisch rundet den Tag ab. Übernachung Estancia Santa Cecilia.
Tag 5
Frühstück. Nachdem wir uns gestern eingearbeitet haben, packen wir heute nochmals so richtig zu. Jetzt haben wir die Gelegenheit, unsere Lassowerfkünste zu verbessern und unsere Sattelfestigkeit unter Beweis zu stellen. Die Gauchoarbeit ist vielseitig und anstrengend. Dazwischen können wir uns aber immer wieder bei einem feinen Mate (typisches Tee Getränk) stärken und lernen so auch gleich die wichtigste traditionelle Zeremonie der Argentinier kennen. Nach dem gemütlichen Mittagessen im Park, machen wir uns auf den Weg Richtung Iberá. Das ist eine Fahrt von 4 Stunden, wobei mindestens zwei davon über abenteuerliche Sandpisten mitten durch endlose Weidegebiete. Am Wegesrand sehen wir bereits die ersten wilden Bewohner der Iberá Sümpfe, wie zum Beispiel die Wasserschweine und viele Vogelarten. In der exklusiven Irupé Lodge in Colonia Carlos Pellegrini beziehen wir unsere Zimmer und kosten ein leckeres einheimisches Abendessen. Anschliessend geht’s aufs Boot mitten in die Sümpfe, wo der unglaubliche Sternenhimmel und die leuchtenden Augen der Kaimane für den letzten Höhepunkt des Tages sorgen. Übernachtung Irupé Lodge.
Tag 6
Frühstück. Eine kurze Autofahrt bringt uns zu einem Aussenweiler am Rande der Sümpfe. Bei der Familie von Chacho satteln wir unsere Mestizos mit den landestypischen Bastsättel und Schaffellen und machen uns auf einen unvergesslichen Tagesritt. Wir besuchen kleine Bauernhöfe der Gauchos und ihrer Familien. Wir erleben einen Alltag, der hier noch in langsamem Rhythmus dahinfliesst. Mit dem Pferd als einziges Fortbewegungsmittel werden wir Teil der Natur und nähern uns der Lebensweise der Einheimischen auf sanfte Art. Die Gaucho Familien zeigen uns mit Stolz ihre tägliche Arbeit, die von der Pflege der eigenen Tiere, über Holz suchen und kochen auf dem Feuer bis zum Kunsthandwerk reichen. Zum Beispiel die Verarbeitung der eigenen Schafwolle zu handgewobenen Ponchos und Decken und das Erstellen und Ausbessern des rohledernen Sattel- und Zaumzeugs. Das typische Mittagessen – aus dem Kochtopf vom Feuer – nehmen wir bei einer Familie in ihrem wunderbaren Adobe Haus ein. Dies ist das andere argentinische Landleben, fern der feudalen und teilweise luxuriösen Estancias. Fern von Elektrizität, Verkehr und fliessend Wasser. Der Alltag der fröhlichen und sehr stolzen Bewohner der Pampa. Dabei reiten wir zwischen wilden Ñandus (Straussen), Vizcachas (Hasenart), Eulen und Papageien und pflücken die Grapefruits für den Saft direkt vom Pferderücken aus. Vor der Rückfahrt in die Lodge geniessen wir noch den traditionellen Nachmittags-Mate und den Sonnenuntergang über der Pampa. Abendessen und Übernachtung Irupé Lodge.
Tag 7
Frühstück. Den Morgen widmen wir dem faszinierenden und weltweit eimaligen Naturreservat „Esteros del Iberá“. Iberá bedeutet in der Sprache der Ureinwohner „Guaraní“ die glitzernden Wasser. Eine kurze Wanderung durch den ufernahen Urwald bringt uns in die Nähe der Brüllaffen, die uns vielleicht sogar ihre Jungtiere zeigen. Ebenfalls verstecken sich in diesen Wälder kleine Hirsche, Gürteltiere und Wildkatzen. Bunte Schmetterlinge und die üppige Flora entzücken, vor allem wenn man die in Europa bekannten Topfpflanzen in freier Natur und gigantisch gross zu sehen bekommt. Im Anschluss begeben wir uns nochmals aufs Boot. Der einheimische Guide stachelt uns gekonnt zwischen den schwimmenden Inseln und durch die seichten Kanäle. Leise nähern wir uns den sich sonnenden Kaimanen, wiederkäuenden Sumpfhirschen und den neugierigen Wasserschweinen. Die unglaubliche Nähe zu den Tieren lassen jedes Zoom an der Kamera überflüssig werden. Es ist sehr eindrücklich, sich einmal Aug in Aug mit diesen wilden Tieren zu befinden – fast wie im Zoo, einfach ohne Gitter! Nach dem Mittagessen fahren wir Richtung Süden, entlang der Iberá Sümpfe weiter bis nach Esquina, am Fluss Corrientes, alles in allem ca. 4 Stunden Fahrzeit. Hier beziehen wir Quartier in der Estancia La Rosita. Abendessen und Übernachtung Estancia La Rosita.
Reiten: -
Aktivitäten: Safari und Wanderung
Übernachtung: Estancia
Malzeiten: F/M/A
Tag 8
Frühstück. Erst erkunden wir einmal ein bisschen die neue Umgebung, per Pferd natürlich. Die Estancia bietet wiederum ein vielseitiges Programm. Heute geht es in erster Linie darum, dass wir ein bisschen die verschiedenen Pferde ausprobieren, um herauszufinden, welche uns am besten zusagen. Diese auserwählten Tiere werden wir in den nächsten Tagen auf unserem mehrtätigen Gaucho-Ritt miführen und abwechslungsweise beanspruchen. Nach dem Mittagessen genehmigen wir uns eine kleine Siesta, die in der Provinz Corrientes fast schon ein „Muss“ ist. Nachmittags haben wir die Mögichkeit, ein komplett neues Erlebnis zu wagen, und zwar das Polospiel. Auf der Estancia sehr beliebt und von allen gespielt, stellt das rasante Spiel mit den kleinen Pferden und harten Bällen nicht nur eine Herausforderung dar, sondern bereitet vor allem auch riesigen Spass. Ausserdem kann man Polo auf jedem Niveau spielen und mit dem Einhalten gewisser Spezialregeln, nimmt man ihm auch die vermeintlich zugeschriebene Gefährlichkeit. Heute lernen wir auch die anderen Teilnehmer des Gaucho-Ritts kennen, die ab morgen für 4 Tage unsere Reitgefährten sein werden. Abendessen und Übernachtung Estancia La Rosita.
Reiten: 3 bis 6 Std.
Aktivitäten: Polo
Übernachtung: Estancia
Malzeiten: F/M/A
Tag 9
Frühstück. Heute ist der erste Tag unseres Gauch-Ritts von Estancia zu Estancia. In einer kleinen Gruppe von maximal 12 Reitern sind wir unterwegs durch die Pampa. Daneben treiben wir selbst (mit Hilfe unserer Gaucho Guides) unsere Herde an Ersatzpferden mit. Auf willigen, gut ausgebildeten und trainierten Mestizos (in diesem Falle Criollo-Vollblüter Kreuzungen, typische Polopferde) und Criollos geniessen wie die unendliche Landschaft und galoppieren nach Herzenslust. Im Argentinischen Outback kennt man weder Reitverbote noch muss man sich an die Wege halten… Am Mittag machen wir Rast am Ufer eines Sees, wo wir das traditionelle Lamm vom Grill probieren. Die Siesta geniessen wir für einmal in einer Hängematte im Schatten der Bäume. Am späteren Nachmittag treffen wir dann in der nächsten Estancia ein, wo wir uns für die Nacht einquartieren. Die fleissigen Pferde lassen wir auf die wohlverdiente Weide, damit sie Kräfte für den nächsten Tag sammeln. Uns selbst gönnen wir bei einer angenehmen Massage ebenfalls ein bisschen Entspannung nach den vielen Stunden im Sattel. Abendessen und Übernachtung Estancia La Amistad.
Tag 10
Frühstück. Die heutige Gaucho-Ritt Route führt uns durch eine Landschaft geprägt von grossen und kleinen Seen und Sümpfe. Je nach Temperatur können wir uns samt Vierbeiner ein angenehmes Bad genehmigen. Am Mittag rasten wir bei einem alten „Puesto“, einem kleinen, verlassenen Aussenposten der Estancia. Ein deftiger Picknick für uns und eine saftige Portion Gras für die Pferde füllen unsere Batterien für die zwei Stunden Ritt am Nachmittag. Vielleicht beobachten wir heute auch Kaimane und Wasserschweine direkt vom Pferderücken aus. Sicher begleiten werden uns auf dem ganzen Weg eine Unmenge von Vögel und die weite des Horizonts. Diejenigen, die sich bereits an die Mate Tradition gewöhnt haben (oder gar schon etwas süchtig geworden sind), kommen in Begleitung unserer einheimischen Gaucho-Guides auf ihre Rechnung. Beim gemeinsamen sehr sozialen Mate Zelebrieren erfährt man so manche spannende Geschichte und Anekdote des Ortes und der Estancias. Abendessen und Übernachtung Estancia Buena Vista.
Tag 11
Frühstück. Den dritten Tag des Gaucho-Rittes widmen wir ganz der Kultur der Provinz Corrientes. Wir reiten durch Wälder und entlang sandiger Pisten, auf denen der Haupverkehr Gauchos auf ihren Pferden und Viehherden sind. Am Mittag machen wir Halt bei einer authentischen „Pulpería“, wo auch die Gauchos ihre Getränke und Lebensmittel einkaufen. Trotz der Abgeschiedenheit dieser kleinen, originellen Läden kommen täglich erstaunlich viele Kunden angeritten, per Fahrrad oder zu Fuss. Einmal mehr dürfen wir uns, die wir ja auch unmotorisiert unterwegs sind, fast wie Einheimische fühlen. Der heutige Ritt ist der längste des Distanzrittes; wir sehen jedoch am Wegesrand so viele spannende Details des Alltags des Landlebens und begegnenn so vielen wettergegerbten Gesichtern, dass der Tag nur allzu schnell um sein wird. Abends kommen wir müde und zufrieden in der Estancia La Teresita an, wo wir zu Abend essen und übernachten. Wer noch Energie übrig hat, kann eine romantische Sulkyfahrt unter dem Sternenhimmel unternehmen.
Tag 12
Frühstück. Leider ist heute schon der letzte Tag des Gaucho-Rittes, der uns runter zum Fluss Corrientes führt. Der Corrientes (zu Deutsch Strömungen) ist der einzige Abfluss aus dem grossen Sumpfsystem Iberá und dementsprechend fisch- und tierreich. Ausserdem gibt er der Provinz den Namen, aus dem hervorgeht, dass die Provinz von Flüssen eingerahmt und durchzogen wird. Die langen Sandstrände entlang des Flusses und die Hitze vom schnellen Ritt werden sicher restlos alle ins Wasser locken. Für einen leckeren Picknick am malerischen Strand muss man auch nicht unbedingt ans Meer reisen. Nach der Siesta üben wir uns im „carrera de sortijas“, einem typischen Pferderennen, wo es darum geht, in vollem Galopp einen Nagel durch einen kleinen, aufgehängten Eisenring zu schieben. Jetzt wird sich also herausstellen, wer sich während dieser Tage im Gauchosattel am besten an die argentinischen Vierbeiner gewöhnt hat. Zurück auf der Estancia La Teresita erwarten uns schon die Fahrzeuge, die uns allesamt in einer kurzen Fahrt zurück zur ersten Estancia La Rosita bringen. Während des Abendessens unterhalten uns lokale Musiker mit dem traditionellen Chamamé, der Volksmusik von Corrientes und die Reiterbeine können sich zu guter Letzt auch noch auf dem Tanzboden bewähren. Übernachtung Estancia La Rosita.
Tag 13
Frühstück. Der Genuss eines letzten Tages auf der argentinischen Estancia. An diesem Tag können wir wählen zwischen unserem letzten Einsatz mit den Gauchos oder Vertiefung unserer Polokenntnisse mit einem professionellen Instruktor. Vielleicht sehnt sich das eine oder andere Reiterherz (und „Reiterhinterteil“) auch einfach nur nach Entspannung und einer spannenden Lektüre am Pool. Eine weitere Möglichkeit (optional) ist eine Tagesexkursion auf den Fluss, wo wir unser Glück beim Fischen versuchen. Petri Heil. Ein idealer, gemütlicher Tag um die ganze Reiterreise noch einmal Revue passieren zu lassen und in wunderbaren Erinnerungen zu schwelgen. Nach dem Abendessen steigen wir in den Nachtbus, der uns in knapp 8 Stunden Fahrt nach Buenos Aires bringt. Komfortable Liegesitze und Bordservice sorgen für eine entspannte Reise zurück in die quirlige Metropole.
Reiten: 0 bis 5 Std. je nach Lust
Aktivitäten: Gauchoarbeit, Polo, Relax, Fischen.
Übernachtung: Nachtbus
Malzeiten: F/M/A
Tag 14
Frühstück im Bus. Ankunft frühmorgens in Buenos Aires Bushauptbahnhof Retiro.
Reiten: -
Aktivitäten:
Übernachtung:
Malzeiten: F
Reiterliche Voraussetzungen:
Die Teilnehmer dieser Reise müssen imstande sein, mehrere Stunden am Stück und in allen Gangarten zu reiten. Lange, querfeldein Galoppe sind an der Tagesordnung. Total sind es 10 Reittage.
Pferde:
Die auf den Estancias des Nordwesten Argentiniens üblichen Pferde sind die Mestizos, d.h. Kreuzungen von Criollos mit Vollblütern, Criollos mit Halbblütern und teilweise sogar Criollos mit Kaltblütern (geeginet für die Kutschen). Generell sind die Pferde eher kleinwüchsig aber trotzdem kräftig, quadratisch, wendig, trittsicher, schnell, fleissig und äusserst fein in der Reaktion. Viele Pferde weisen den vom Western Reiten bekannten Cow-Sense auf.
Reitstil, Sattel und Zaum:
Der Reitstil der Gauchos ist dem Western Reiten ähnlich. Die Pferde reagieren auf Impulse und arbeiten sonst generell eigenständig. Dadurch kann der Reiter entspannen und die Landschaft voll und ganz geniessen. Es wird einhändig geritten. Der typische Gaucho-Sattel ist der Bastsattel; er ist eher breit und durch die darauf geschichteten Schaffelle wird er extrem bequem, hält aber den Reiter in gewisser Distanz zum Pferderücken. Ebenfalls mit Schaffellen gepolstern wird der Chilenische Sattel, dessen kompletter Holzbaum einen tieferen Sitz gewährleistet (ähnlich Barocksattel). Teilweise stehen auch englische Sättel zur Verfügung – und natürlich Polosättel fürs Spiel. Die Pferde sind in der Regel auf Wassertrensen oder Kandaren gezäumt.
Versicherung / Medizinische Versorgung:
Die Reiseteilnehmer sind gegen Unfall versichert und haben vorteilsweise auch einen Abschluss einer Reiseversicherung.
Ausrüstüng:
Bequeme Outdoor Kleidung. Reitausrüstung. Reiten ist in Jeans, Chaps, englischer Reithose oder der einheimischen „Bombacha de campo“ möglich, die man zu Beginn der Reise erstehen kann. Stiefel und Helm sind freiwillig. Prinzipiell genügen leichte Trekkingschuhe oder Turnschuhe (viele Einheimische reiten ganzjährig barfuss!). Wind- und Regenjacke. Sonnenschutz (Hut, Creme, Brille). Insektenschutzmittel. Kleiner Tagesrucksack oder Nierentasche. Badekleid und Sandalen für die Freizeit.
Klima:
Das subtropische Klima des argentinischen Nordostens beschert Temperaturen zwischen 8 und 25 Grad im Winter (Juni bis September) und 20 bis 35 Grad im Sommer (November bis April). Regengüsse sind das ganze Jahr möglich, es gibt keine Regenzeit. In Iguazú ist die Luftfeuchtigkeit ganzjährig hoch (meist über 60%). Minustemperaturen können vereinzelt im Juli / August nachts vorkommen.
Estancias / Lodge:
Alle Estancias (ausser La Amistad) und Lodges bieten Zimmer mit Privatbad auf sehr hohem Niveau. Kleiderwäsche Service an allen Orten möglich (nicht inbegriffen). Zugang zu Internet und Fax nur teilweise direkt in der Estancia / Lodge möglich. Europäische Mobiltelefone funktionieren generell nur in den Städten, die Unterkünfte bieten aber Telefon Service (nicht inbegriffen). Elektrizität teilweise vom Generator oder vom Netz, 220W, 24 Stunden. Alle Unterkünfte verfügen über ein Schwimmbad (ausser Estancia La Teresita). Die Unterkünfte verfügen über Heizung und Deckenventilatoren. Die Zimmer sind nicht mit Fernseher und nur teilweise mit Airconditioning ausgerüstet.
Gastronomie:
In den Küchen der Estancias / Lodge werden regionale Spezialitäten mit internationalen Speisen verfeinert und professionell präsentiert. Dabei wird darauf geachtet, insbesondere lokale Zutaten zu verwenden (Bio-Fleisch direkt von den Estancias, Gemüse aus eigenem Garten oder aus der Nachbarschaft, Eier von freilaufenden Hühnern aus der Nachbarschaft, etc.). Im Allgemeinen ist der Menüplan fix, wird aber bei Voranmeldung an besondere Diäten angepasst (vegetarisch, Zöliakie, Diabetes). Sowohl die alkoholischen wie auch nicht alkoholischen Getränke zu den aufgeführten Mahlzeiten sind inbegriffen.
Inbegriffen:
Übernachtungen, aufgeführte Mahlzeiten mit Getränken, aufgeführte Transporte, 1 Inlandflug, 1 Nachtbus, aufgeführte Aktivitäten, lokale Guides, teilweise Betreuung auf Deutsch, ansonsten Englisch und Spanisch.
Nicht inbegriffen:
Eintritte, Trinkgelder, persönliche Ausgaben, optionale Aktivitäten.
Reguläre Reisedaten:
27. September bis 10. Oktober 2008
8. November bis 21. November 2008
15. März bis 28. März 2009
April bis November 2009 einmal pro Monat, genaue Daten folgen.
Individuelle Reisedaten:
Unter Einberechnung eines kleinen Zuschlags, ist die Abreise zu jedem beliebigen Datum moeglich.
Preise:
Bitte fragen Sie die Preise 2008 und 2009 an unter:
rlacona@ibera-argentina.com oder
info@ibera-argentina.com.
VIDEO Hotel Irupe Lodge, Esteros del Ibera Suempfe, Colonia Carlos Pellegrini, Argentinien
Auf folgendem Link sehen sie den Film ueber das exklusive Hotel Irupe Lodge in den Ibera Suempfen, die Unterkunft, Exkursionen, Estancias und Naturreservat:
http://www.youtube.com/watch?v=WU_ZeDSYK-U
Der Video von Irupe Lodge und Irupe Wildlife Tours beinhaltet die Schoenheiten von Corrientes und Misiones wie zum Beispiel der Ibera, Iguazu, die Mocona Wasserfaelle, der Parana, Estancias, etc.
Fuer Fragen schreiben Sie bitte an:
info@ibera-argentina.com
EINTAUCHEN IN DEN IBERÁ - Reportage des Argentinischen Tageblatts über die Irupé Lodge und die Esteros del Ibera - Argentinien
EINTAUCHEN IN DEN IBERÁ
Süsswasser Reservoir und Zoo ohne Gehege
Ende des Schattendaseins
Lange Zeit standen sie im Schatten der Iguazú Wasserfälle und des Perito Moreno Gletschers. Nach und nach kommen Übersee Touristen jedoch insbesondere wegen ihnen nach Südamerika. Bei den Argentiniern selbst gehören sie bereits seit einiger Zeit zu den beliebten Reisezielen an verlängerten Wochenenden oder im Winterurlaub. Die Rede ist von den Iberá Sümpfen, den „Esteros del Iberá“ in der Provinz Corrientes.
Mit einer Fläche von 13’000 km², davon knapp ein Drittel unter Wasser (total 63 Seen), sind die Iberá Sümpfe die grössten Argentiniens und die zweitgrössten Südamerikas. Das gleichnamige provinzielle Naturschutz Reservat wurde 1983 gegründet. Es bietet heute einen unersetzlichen Lebensraum für diverse vom Aussterben bedrohte Tierarten wie zum Beispiel den Mähnenwolf (Aguará guazú) oder den Sumpfhirsch. Ausserdem beherbergt es über 350 Vogelarten, was etwa 34% aller Vogelarten des Landes entspricht. Diese Sumpf- und Seenlandschaft wird ausschliesslich von Regenwasser gespeist, weist eine von blossem Auge nicht erkennbare Strömung auf und verfügt über nur einen Abfluss, den fischreichen Río Corrientes.
Die Bewohner der Iberá Sümpfe
Seit schätzungsweise 500 vor Christus lebte im Herzen des südamerikanischen Meso- potamiens, zwischen den beiden Flüssen Paraná und Uruguay, das Volk der Caingang. In und um die Sümpfe bestritten sie ihren Lebensunterhalt mit Jagen, Fischen und Sammeln. Im 9. Jahrhundert begann die Durchmischung der Caingang mit dem Volk der Guaraníes, die hauptsächlich an den Ufern der grossen Flüsse siedelten. Von den Guaraníes stammt der heutige Name der zweitgrössten Lagune: „I-berá“, glitzernde Wasser. Die ausserordentlichen Kenntnisse der Urvölker von den Sümpfen wurden den Spaniern immer wieder zum Verhängnis, wenn diese sich bei deren Verfolgung hoffnungslos im Insel- und Seenlabyrinth verirrten und für immer verschwanden.
Das 17. und 18. Jahrhundert prägten die jesuitischen Missionare, welche die Ureinwohner als Hilfskräfte in ihren Viehzuchtbetrieben einsetzten. Erst mit dem Ende der Missions-Stationen 1768 begann die eigentliche Mestizisierung, d.h. die Durchmischung der Guaraníes mit den Spanischstämmigen (Criollos). Bereits hundert Jahre später wurde in einer Statistik der Provinz Corrientes festgehalten, dass das Erbe der Guaraníes fast ausschliesslich in den Mestizen weitergehe und in seiner reinen Form praktisch verloren sei. Die zahlreichen Landreformen verunmöglichten den Mestizen den Zugang zu eigenen Ländereien und zwangen sie, ihr tägliches Brot mit der Jagd auf wilde Tiere zu bestreiten: Einerseits zur direkten Ernährung ihrer Familien und andererseits zum Verkauf der Häute und Leder von Kaimanen und Wasserschweinen.
Der Meilenstein zum Schutz des Paradieses
Sowohl die Berufsjagd auf Tiere als auch der durch Estancias eingeengte natürliche Lebensraum führten zum kritischen Ungleichgewicht von Flora und Fauna. Dank der Gründung des Naturschutzgebietes konnte diese Entwicklung weitgehend gebremst werden. Langsam erholen sich die Bestände der ehemals gejagten Arten und die Unregelmässigkeiten in den Nahrungsketten pendeln sich wieder ein. Für einzelne Tierarten kamen diese Massnahmen jedoch zu spät, so zum Beispiel für den Ameisenbär, von dem man heute nur ein einziges (ausgesetztes) Exemplar zählt. Für die ehemaligen Berufsjäger bedeutete das Gesetz von 1983, dass sie ein neues Einkommen suchen mussten, wollten sie weiterhin in und um die Iberá Sümpfe leben.
Umgeben von den „glitzernden Wasser“
Der ideale Ausgangspunkt um die Iberá Sümpfe zu besuchen, ist das Dorf Colonia Carlos Pellegrini. Benannt zu Ehren des ehemaligen Präsidenten der Nation wurde es vor 83 Jahren gegründet und zählt heute um die 500 Einwohner. Von Süden her erreicht man das Dorf über eine 120 km lange Piste von Mercedes Corrientes, die Ruta 40. Die Piste ist auch bei schlechtem Wetter mit einem kleinen Auto befahrbar. Kurz vor dem Dorf überquert man den Iberá See auf einem künstlichen Damm und der Bayley-Brücke, die in den Siebzigerjahren gebaut wurden. Vor deren Bau wurden Menschen, Autos, Kutschen und auch die Rinderherden mit einer Fähre über den See transportiert. Richtung Norden kann man das Dorf auf dem Landweg verlassen, diese Piste ist aber wesentlich sandiger und nur im Allrad-Fahrzeug zu empfehlen. Noch heute sind alle Dorfstrassen Sandpisten, und die Kühe und Pferde der Einwohner grasen die Strassenränder ab. Frei weidende Tiere, die sich am gepflegten Rasen des Dorfplatzes gütlich tun, werden von der Polizei eingefangen und auf einer separaten Weide „eingesperrt“; sie können von den Besitzern nur gegen ein Kopfgeld ausgelöst werden.
In Pellegrini sind die ehemaligen Einnahmequellen aus Jagd, Viehzucht und Reisanbau mittlerweile fast versiegt und hauptsächlich vom Tourismus ersetzt worden. Verschiedene Hotels und Lodges bieten zahlreiche Arbeitsplätze und viele Familien gründeten auch ihr eigenes Unternehmen, wie zum Beispiel eine Pension, ein Restaurant oder eine Bar. Trotz des vermehrten Bekanntheitsgrades bewahrt Pellegrini jedoch seinen traditionellen und gemütlichen Charakter. Noch immer werden viele Häuser mit Adobe und Strohdächern gebaut, und auf dem Friedhof leuchten die Grabsteine in den buntesten Farben (je nach Parteizugehörigkeit der Verstorbenen). Die Kinder spielen auf diesen Strassen - wo mehr Pferde als Autos verkehren – in diesem Dorf, wo die Haustüren noch nicht abgeschlossen werden müssen.
Im Sumpf verirrt?
Eines der Hotels am Dorfrand von Colonia Carlos Pellegrini ist die Lodge „Irupé“ des argentinisch-schweizerischen Ehepaars Regi und Mauricio Lacona. Im Juli sind es drei Jahre seit der Eröffnung. Die häufigste Frage, die den Besitzern gestellt wird, ist die nach dem Hergang, wie es Schweizer in diesen Sumpf verschlägt. Sie hätten nach einigen Jahren gemeinsamen Lebens in der Schweiz nach einer neuen Herausforderung im Tourismusbereich gesucht, so Regi Lacona, die in der Schweiz als Reiseleiterin und Sportlehrerin gearbeitet hat. Mauricio fügt an, dass damals – 2003 – alle Zeichen im argentinischen Tourismus auf positiv gestanden seien und man diese Chance einfach habe packen müssen.
Den Iberá kannten sie beide von einer gemeinsamen Reise 2002. Als Liebhaber der Natur und wilder Tiere waren sie beeindruckt von der Ursprünglichkeit des Reservats und der tief verankerten Tradition des Ortes. So kauften sie Anfang 2004 am Dorfrand von Pellegrini ein Stück Land mit Seeanstoss. In 5 Monaten wurden das Haupthaus und die Küche im Lodge- Stil gebaut, d.h. ein sogenannter Pfahlbau mit möglichst natürlichen, einheimischen Materialien harmonisch eingefügt in die umliegende Natur des Seeufers. In den Monaten nach der Eröffnung wurde schrittweise vergrössert und verbessert; ein Zustand der auch heute noch anhält. Momentan verfügt Irupé Lodge über 5 gemütliche Zimmer, ein Restaurant, Wohnraum und eine Open Air Veranda, alle mit Blick auf die Lagune Iberá. Dem Haus vorgelagert befindet sich das Grillhaus (quincho) für das obligate Barbecue und das Schwimmbad in unmittelbarer Nähe des schilfgesäumten Ufers. „In diesem Schwimmbad suhlten sich sogar schon die Wasserschweine, als wir es zum ersten Mal mit Seewasser gefüllt haben“, weiss Mauricio – geborener Misionero – lachend zu erzählen.
Überhaupt spielen die Tiere in Irupé Lodge eine wichtige Rolle. Im Garten grasen wilde Meerschweinchen, abends die Wasserschweine, dutzende von Vogelarten wohnen hier und ab und zu sonnt sich auch mal eine Boa in Ufernähe. Nach den wilden Vierbeinern sind auch die Haustiere genauso originell. Neben Hunden und Pferden, die sich im Park der Lodge tummeln, unterhält der mit der Schoppenflasche aufgezogene Esel „Toki“ mit seinen Tricks die Besucher. Er öffnet Türen und Gatter, stolziert auf „seinem“ Holzsteg bis zum Boot und man munkelt, dass er sich auch schon am Früchtekorb in der Rezeption gütlich getan habe… „Wir haben ihn von einem Gaucho bekommen, weil er zu viel wertvolle Milch trank und schon als klein störrisch war“, berichtet Mauricio über das Maskottchen der Lodge – was kann man denn von einem Esel anderes erwarten?
So ein Leben im Einklang mit der Natur habe sie sich schon immer gewünscht, aber dafür sei in der Schweiz der Platz einfach zu eng, sagt die gebürtige Zürcherin. Sowohl Mauricio als auch Regi geben jedoch zu, dass sie trotz der phantastischen Umgebung nicht 365 Tage im Jahr in der Lodge zubringen könnten. Wenn man sich einmal ans Reisen und an ein reges kulturelles Programm gewöhnt habe, könne man nicht mehr so leicht darauf verzichten. Deshalb geniessen sie die regelmässigen Abstecher nach Buenos Aires und haben den Sitz des Büros nach Posadas (der Provinzhauptstadt von Misiones) verlegt. Ausserdem organisieren und begleiten sie private Reisen durch Corrientes und Misiones, die in europäischen Reisebüros im Individualreisesektor verkauft werden.
„Der Boom nach Argentinien hält, wie ich erwartet habe, nach wie vor an“, freut sich Mauricio, „ und damit auch die Suche nach neuen und nicht alltäglichen Destinationen wie den Sümpfen“. Manchmal sei es gar nicht so einfach, die internationale Kundschaft von der Einmaligkeit des Iberá zu überzeugen, fügt Regi an. Der vielgereiste Tourist sei skeptisch und glaube erst einmal nicht, dass man all diese auf der Homepage abgebildeten Tiere auch wirklich sehen werde. Es sei aber noch nie jemand abgereist, ohne Kaimane und Wasserschweine aus nächster Nähe gesehen zu haben.
Fahrt durchs Paradies
Das Boot mit den vier Passagieren gleitet lautlos übers Wasser, angetrieben von der langen Bambusstange in der Hand von Marcos Paredes, dem Guide der Irupé Lodge. Man kommt sich vor wie in einer venezianischen Gondel, nur dass die Ufer grün sind und der See einsam daliegt. Schwimmende Teppiche von violetten Wasserhyazinthen ziehen vorbei, daneben Binsengestrüppe und kleine Grasinseln. Der Besucher hätte sich schon lange in diesem Labyrinth von Grüntönen verirrt, deshalb kontrollieren die Parkwächter, dass keine privaten Boote ohne ausgebildete Führer die Sümpfe befahren. Dem geschulten Auge Marcos entgeht kaum ein Tier oder Pflänzchen.
Da liegen sie, die von allen Bootinsassen mit Spannung erwarteten Kaimane und tanken wärmende Sonnenstrahlen. Beim ersten Exemplar werden hektisch die Kameras gezückt, Zooms ausgefahren und von weither dutzende von Fotos geschossen. Marcos kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wohl wissend, dass er sein Boot voller Neugieriger bis auf Zentimeter an die imposanten Tiere heran führen kann. So nahe, dass man sogar seine Erklärung über deren zwei verschiedene Augenlider (eins für über und das andere für unter Wasser) bestätigt sieht. Die Reptilien fühlen sich offensichtlich von den Besuchern nicht im Geringsten gestört, ebenso wenig wie die Wasserschweine die kurz darauf am Boot vorbei schwimmen. Vorneweg das Muttertier und dahinter 4 kleinere Köpfe. Beim grössten Nagetier der Erde liegen hat die Ohren, Augen und Nasenlöcher alle auf einer Linie, sodass beim Schwimmen nur das obere Viertel des Kopfes aus dem Wasser schauen muss. Ebenfalls gute Schwimmer sind die Sumpfhirsche, die sich ausserordentlich geschickt auf den federnden Böden bewegen und ausgezeichnet getarnt sind. Dank des Guides geduldiger Erklärung, entdecken die Besucher aber auch dieses grazile Tier. Ab und zu hebt es den Kopf und verfolgt mit ausdrucksvollen schwarzen Augen das vorbeiziehende Boot mit den staunenden Touristen. Wer beobachtet da wen?
Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont, und es beginnt ein farbenprächtiges Naturschauspiel mit glitzerndem Wasser und orange-rotem Himmel. Die aktive Stunde der Vögel, die einen auf Insektenjagd und die anderen auf dem Weg zum Nachtlager. Schwärme von Kormoranen ziehen am Himmel vorbei. Die „Chajaes“ (englisch: Southern Screamer) stossen ihre letzen „Gute-Nacht-Schreie“ in die laue Abendluft, hin und her zwischen den Pärchen, die laut Marcos ein monogames Leben führen und sich nach dem Verlust des Partners selbst zu Tode hungern. Die Dunkelheit bricht schnell herein und enthüllt dank der reinen Luft und dem Fehlen von Zivilisationslichtern ein fantastisches Sternenzelt. Begleitet von den reflektierenden Augen der Kaimane bringt Marcos das Boot und die beeindruckten Insassen sicher zurück zum Landesteg der Irupé Lodge.
Das Leben an einem „vergessenen Ort“
U-guaí – so heisst die Siedlung am Rande der Sümpfe 40 km südlich des Iberá Sees. U-guaí bedeutet laut der Einwohner „der vergessene Ort“. Von der holprigen Piste Ruta 40, die von Mercedes nach Colonia Carlos Pellegrini führt, zweigt eine noch holprigere Piste ab bis zu den ersten Häusern der Siedlung. Nach einigen Kilometern verwandelt sich das Strässchen in ein verzweigtes Trampelpfad-System das zu den 30 Häusern des Ortes führt. Die Pfade zeugen von den traditionellen Fortbewegungsmitteln der etwa 90 Einwohner: Das Pferd oder die eigenen Füsse.
In U-guaí – ebenso wie in den anderen 13 Siedlungen („parajes“) des Departements Mercedes – leben die Leute praktisch ausschliesslich von den Produkten ihrer kleinen Bauernhöfe. Sie züchten Schafe, teilweise Rinder, betreiben Gemüsegärten und ziehen Fruchtbäume. Einige der Frauen fertigen wunderschöne Strick- und Webearbeiten, die sie in Mercedes oder Pellegrini verkaufen. Die Männer nehmen nach Möglichkeit Arbeiten auf umliegenden Estancias an, um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen.
Die kleine Kapelle widerspiegelt die Namensgebung des Ortes, kommt doch der Pastor nur einmal im Jahr. An diesem speziellen Tag werden anstehende Hochzeiten, Kommunionen und Taufen gefeiert. Der Arzt besucht U-guaí einmal pro Monat und empfängt die Patienten in einem kleinen Sanitätszimmer neben der Kapelle. Falls Witterung und Strasse es zulassen, kommt montags von Mercedes der Lehrer der Schule und fährt freitags wieder zurück. Die Kinder werden von den Müttern energisch in die Schule geschickt, auch wenn die Jungs häufig lieber mit ihren Vätern nach den Tieren schauen würden. Die Schule ist vorläufig das einzige Haus im Ort, das über Elektrizität verfügt. Die seit kurzem vereinzelt in Betrieb genommenen Mobiltelefone werden zum Aufladen her gebracht. Nur an gewissen erhöhten Stellen des Ortes hat man jedoch Empfang. Für Kommunikation in Notfällen existiert eine solarbetriebene Radiostation. Innerhalb des Ortes werden die Neuigkeiten ausschliesslich von Mund zu Mund weitergegeben, was sich bei mehreren Kilometern Abstand zwischen den Nachbarn als kompliziert und zeitaufwändig erweisen kann.
Die Reise nach Mercedes, der nächstgelegenen Stadt, unternehmen einige Einwohner monatlich; andere haben aber ihren Wohnort schon seit Jahren nicht mehr verlassen. Der öffentliche Bus von Pellegrini nach Mercedes nimmt auch die Leute von U-guaí mit in die Stadt. Er fährt einmal täglich. Die Bewohner der letzten Häuser des Ortes (am Ufer der Iberá Sümpfe) müssen um 3 Uhr in der Früh los, um rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein. Derselbe Bus versorgt auch die kleinen Läden, die von 2-3 Familien in ihren Häusern betrieben werden. Von der Bushaltestelle wird das gelieferte Gut ausschliesslich mit Pferden nach Hause gebracht, sowohl die schweren Gasflaschen für die Kühlschränke, neu erstandene Möbel als auch Körbe voller Mastkücken.
Kultureller Austausch
Vor nun schon fast 3 Jahren, haben einige Familien des „vergessenen Ortes“ ihre Türen für den Tourismus geöffnet. Die Idee wurde während eines Besuches von Regi und Mauricio im Ort geboren. Selbst begeistert von der Andersartigkeit des Alltags, wollten sie ihren Besuchern aus Stadt und Übersee die Möglichkeit geben, diese Lebensart kennen zu lernen. Gleichzeitig sahen sie darin das Potential einer zusätzlichen Einnahmequelle für die involvierten Familien. Seither kommen ein bis zweimal pro Woche Touristen nach U-guaí. Sie wandern oder reiten zu verschiedenen Familien, besuchen die Schule, die Kapelle und lernen die Arbeiten der Gauchos kennen. Mittags geniessen sie ein feines Gericht vom Holzherd und nachmittags fehlen natürlich auch die frittierten Brötchen („tortas fritas“) und der Mate nicht. Manch ein Besucher wagt sich zum ersten Mal in seinem Leben auf ein Pferd, versucht sich im Lassowerfen und Schaf scheren oder im Spinnen am traditionellen Spinnrad. Er bekommt einen tiefen Einblick ins Leben auf dem Land ohne Strom und ohne Auto. Die Gastfamilien ihrerseits lernen ebenfalls fremde Leute kennen und geniessen die Abwechslung vom Alltag. So unvorstellbar es dem Besucher erscheint, dass sich 80jährige Männer locker aufs Pferd schwingen, so sehr überrascht es die Gastfamilien, dass es Menschen gibt, die nicht reiten können und noch nie auf dem Feuer gekocht haben. Ein Tag voller Überraschungen ist sowohl den Besuchern als auch den Gastgebern sicher.
Einige der „Grossen des Iberá“
Das Wasserschwein: Das grösste Nagetier der Welt erreicht eine Höhe von 1.30 m und ein Gewicht von 75 kg. Ernährt sich ausschliesslich von Wasserpflanzen und Gras.
Der Brüllaffe: Laut Guinness Buch der Rekorde das lauteste Tier des Planeten. Die Schreie der Männchen hört man auf mehrere Kilometer Distanz. Ausserdem ist es die grösste Affenart Amerikas.
Der Sumpfhirsch: Die grösste Hirschart Südamerikas mit einem Gewicht von bis zu 150 kg. Die Männchen haben Geweihe die 8–12 Enden aufweisen, in Ausnahmefällen bis zu 20. Die Sumpfhirsche sind ausgezeichnete Schwimmer.
Der Mähnenwolf: Mit einer Länge von 1.70 m ist er der grösste Kanide Südamerikas. Seine langen schlanken Beine bewegt er im Passgang. Nachts legt er auf der Suche nach Beute bis zu 30 km zurück.
Der schwarze Kaiman: Das best gepanzerte Lebewesen Argentiniens. Die einzelnen Platten seiner Haut weisen die Härte von Knochen auf. Der schwarze Kaiman erreicht eine Länge von bis zu 2 m und ein Gewicht von 50 kg.
Gelbe Anakonda: Argentiniens grösste Schlangenart ist eine Würgeschlange. Der Rekord soll bei 7 m Länge liegen; heutzutage sieht man jedoch nur noch selten Exemplare, die mehr als 3 m messen.
Erschienen im ARGENTINISCHEN TAGEBLATT am 1. September 2007
Spezialangebot Urlaub in den Iberá Sümpfen - Colonia Carlos Pellegrini
Unterkunft in der Irupé Lodge / Hotel Irupé. Mahlzeiten und Exkursionen ins Iberá Reservat inbegriffen
4 Nächte inklusive Vollpension im Panorama Restaurant des Hotels und den folgenden Aktivitäten:
2 Bootsafaris in den Iberá Sümpfen bei Tageslicht. Beobachten von Kaimanen, Wasserschweinen, Sumpfhirschen, Boas, Otter und Vögel aus nächster Nähe. Die Safaris kann man morgens, nachmittags oder in der Dämmerung (mit Sonnenuntergang) machen. Mit lokalem Guide, Dauer 2 bis 3 Stunden.
1 Nacht Bootsafari. Entdecken der nachtaktiven Tiere und geniessen des Sternenhimmels und der undefinierbaren Geräusche aus dem Sumpf. Mit lokalem Guide, Dauer ca. 1.5 Stunden.
1 Ausritt oder Kutschenfahrt durchs 500 Seelen Dorf Colonia Carlos Pellegrini und die Ufer der Iberá Sümpfe. Ein Einblick in den Alltag der Dorfbewohner und kennen lernen der Geschichte und Anekdoten. Mit lokalem Guide, Dauer 2 bis 3 Stunden.
1 Tag auf dem Land: Tagesritt oder Tagestrekking - je nach Vorliebe - durch abgelegenes Hinterland des Iberá, wo man kleine Bauerhöfe besucht, die Gauchos, deren Familien und ihre traditionelle Arbeit kennen lernt. Das Mittagessen bei Bauernfamilie ist ein typisches deftiges Essen gekocht auf dem Holzherd. Unterwegs beobachten von Flora und Fauna der „Pampa humeda“ (Strausse, Vizcachas, Stinktiere, Eulen, usw.). Mit lokalem Guide, Dauer ca. 8 Stunden, reine Reit- oder Wanderzeit ca. 2 bis 4 Stunden je nach Erfahrung.
1 Kurzwanderung zum Urwald des Iberá-Parkzentrums, wo man in Begleitung eines Park Rangers auf Brüllaffensuche geht (fast immer erfolgreich) und generelles über die Flora und Fauna und Geschichte des Naturreservats Esteros del Iberã lernt, Dauer ca. 1.5 Std.
Benützung der Kanus (Kanadier) und des Schwimmbads direkt am Ufer der Laguna Iberá.
Für Preisanfragen bitte das Kontaktforumlar ausfüllen oder ein E-mail schreiben an: info@ibera-argentina.com. Vielen Dank.
Für Fragen zur Region im Allgemeinen und den Sümpfen im Speziellen steht ihnen das Team der Irupé Lodge jederzeit zur Verfügung. Wir organisieren für Sie Transporte, Exkursionen oder Unterkünfte in Corrientes, Misiones und in Iguazú. Insbesondere helfen wir Ihnen auch gerne mit Tipps zu aussergewöhnlichen Destinationen fernab der Touristenströme (z. Bsp. Moconá Wasserfälle, Aufenthalte auf Rinderfarmen (Estancias), Geheimtipp Lodges in Iguazú, etc.